UPDATE: Neue Richtlinien zur Statusänderung – Änderungen bei der Bearbeitung von Green-Card-Anträgen
Am 22. Mai veröffentlichte die USCIS das Policy Memorandum (PM) PM-620-1099 (https://www.uscis.gov/sites/default/files/document/memos/PM-602-0199-AdjustmentOfStatusAndDiscretion-20260521.pdf), welches die Bearbeitungswege für Green-Card-Antragsteller geändert hat.
Was ist eine Statusänderung?
Bei der Beantragung einer Green Card haben Antragsteller die Wahl, entweder einen Antrag auf Statusänderung (Formular I-485) bei USCIS (United States Custom and Immigration Services) einzureichen oder das „konsularische Verfahren“ zu wählen und ein Einwanderungsvisum bei einem US-Konsulat im Ausland zu beantragen. Die Antragsverfahren unterscheiden sich, führen aber beide zu einer dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung (Green Card) in den Vereinigten Staaten.
Green Card Antragstller, die während der Antragsstellung schon in den USA lebten, wählten üblicherweise, den Antrag auf Statusänderung bei USCIS einzureichen, da sie so nicht zu einem Termin bei einem US-Konsulat im Ausland reisen mussten. Bei der Einreichung eines Antrags auf Statusänderung mit USCIS hatten Antragsteller zudem die Möglichkeit, eine Arbeitserlaubnis in den USA zu beantragen, während der Antrag auf Daueraufenthaltsgenehmigung noch anhängig ist.
Was hat sich durch das Richtlinienmemo vom 22. Mai 2026 geändert?
Nach der neuen Richtlinie betrachtet USCIS die Einreichung eines Antrags auf Statusänderung bei USCIS nun als „außergewöhnliche“ Maßnahme, die im Ermessen der Sachbearbeiter liegt. Das Memo besagt, dass die Mehrheit der Green-Card-Antragsteller ihre Anträge im Rahmen des konsularischen Verfahrens bearbeiten lassen und stattdessen bei US-Konsulaten im Ausland ein Einwanderungsvisum beantragen sollen. Die Einreichung eines Antrags auf Statusänderung bei USCIS soll somit nur in Ausnahmenfällen möglich sein.
Bei der Entscheidung, ob ein Antragsteller seinen Status innerhalb der USA ändern darf -, müssen die Sachbearbeiter bei USCIS die „Gesamtheit der Umstände“ eines Antrags begutachten. . Es gibt hierbei sowohl positive als auch negative Faktoren, die die USCIS-Sachbearbeiter berücksichtigen werden:
Positive Faktoren können sein:
- Familiäre Bindungen in den Vereinigten Staaten
- Der gute Leumund des Antragstellers (z. B. Beschäftigung, Engagement in der Gemeinschaft, berufliche Erfolge und ein einwandfreies Führungszeugnis)
- Vorteile für das nationale Interesse der Vereinigten Staaten, einschließlich Antragstellern, deren Anwesenheit den USA wirtschaftlich zugutekommt
Negative Faktoren, die USCIS berücksichtigt, sind:
- Frühere Verstöße gegen US-Einwanderungsgesetze
- Betrug oder Falschangaben gegenüber USCIS oder anderen Regierungsbehörden
- Nichteinhaltung der Bedingungen ihres Nicht-Einwanderer-Status in den USA
- Beantragung einer Statusänderung, obwohl ein konsularisches Verfahren möglich ist, oder die Absicht, das reguläre konsularische Verfahren zu umgehen
- Vorherige Absicht, in die USA auszuwandern
Wer einen Antrag auf Statusänderung stellt, sollte somit ein Rechtsgutachten und Belege vorbereiten, die die positiven Faktorenhervorheben. Damit können sich die Sachbearbeiter bei USCIS bei ihrer Ermessensentscheidung auf diese Nachweise stützen.
Wer ist von der neuen USCIS-Richtlinie betroffen?
Diese Richtlinie betrifft Antragsteller, die ihre Green Card von innerhalb der Vereinigten Staaten beantragen möchten. Sie gilt sowohl für Green Card Anträge auf Grundlage einer Beschäftigung als auch für Green Card Anträge auf Grundlage von familiären Verbindungen (z.B. Green Cards für Ehepartner).. Die Richtlinie betrifft auch Gewinner der Green-Card-Lotterie – formell bekannt als Antragsteller für die Diversity-Visa-Lotterie.
Antragsstrategie und Überlegungen
Jetzt müssen Green-Card-Antragsteller den besten Weg für die Antragstellung abwägen – über eine Statusänderung (Adjustment of Status) oder über das konsularische Verfahren – und die Vor- und Nachteile jeder Option abwägen, bevor sie fortfahren.
Für Antragsteller einer Statusänderung (I-485): Antragsteller sollten ein umfassendes Antragsdossier vorbereiten, das eine Erörterung und Belege für „positive Faktoren“ enthält, die auf ihren Fall zutreffen. Bei ihren USCIS-Interviews müssen Antragsteller außerdem darauf vorbereitet sein, folgende Punkte zu erörtern:
1) Warum haben sie sich für eine Statusänderung statt für das konsularische Verfahren entschieden?
2) Gibt es Faktoren, die sie daran gehindert haben, das konsularische Verfahren zu nutzen?
Aufgrund des neuen Ermessensspielraums, der den Beamten eingeräumt wurde, müssen Antragsteller sich auch der Risiken bewusst sein, die mit einer Ablehnung verbunden sind. Dazu gehören der Verlust der USCIS-Antragsgebühren ($1,440 pro Antrag auf Statusänderung) sowie erhebliche rechtliche Risiken, insbesondere wenn ein Antragsteller keinen gültigen Nicht-Einwanderer-Status aufrechterhalten hat. Wenn ein Antragsteller beispielsweise KEINEN gültigen Nicht-Einwanderer-Status aufrechterhält und ein Antrag auf Statusänderung abgelehnt wird, kann die USCIS ein Ausweisungsverfahren einleiten.
Für Antragsteller im konsularischen Verfahren: Antragsteller sollten darauf achten, einen gültigen Nicht-Einwanderer-Status in den USA aufrechtzuerhalten, während sie das konsularische Verfahren für ihre Einwanderungsvisa durchlaufen. Das bedeutet, ihren Status bei Bedarf zu verlängern, damit sie bis zur Ausstellung des Immigrant Visa vom Konsulat ein gültiges Formular I-94 besitzen.
Adomat Immigration beobachtet die Entwicklungen bezüglich dieser Richtlinie weiterhin und wird aktualisierte Informationen veröffentlichen, sobald diese verfügbar sind. Bei Fragen über die neue Richtlinie können Sie sich gerne an uns wenden, um einen Beratungstermin zu vereinbaren.